DIE NETZWELT

 

DIE NETZWELT von Jennifer Haley
Schauspiel kiel, Studio
SIMS / PAPA Rudi Hindenburg MORRIS Isabel Baumert IRIS Olga von Luckwald DOYLE Zacharias Green WOODNUT Maximilian Herzogenrath
REGIE Kristin Trosits AUSSTATTUNG Nina Sievers
DRAMATURGIE Kerstin Daiber, Lena carle (elternzeitvertretung)
FOTOS olaf struck & Swen Wied

INHALT
Die Zeit: eine nicht allzu ferne Zukunft. An die Stelle des heutigen Internets ist eine technisch optimierte Version getreten – die Netzwelt. Eine virtuelle Realität echter als die Wirklichkeit, in der man sich in fremden Identitäten bewegen und damit die eigenen Grenzen überschreiten kann – körperlich und moralisch. Hier hat der Geschäftsmann Sims seine Domain. Sein »Refugium« ist so perfekt programmiert, dass es an Intensität alles übertrifft. Eine paradiesische Welt, in der Sims Kunden ihre dunkelsten Fantasien ausleben können, scheinbar ohne Konsequenzen im wirklichen Leben. Doch die Polizistin Morris heftet sich auf die Spur des dubiosen Geschäftsmodells. Sie schickt den verdeckten Ermittler Woodnut in die Netzwelt. Dieser jedoch gerät in den Bann der verführerischen Iris und damit immer tiefer in Sims künstliches Elysium.
Das Stück der US-amerikanischen Dramatikerin Jennifer Haley ist so etwas wie der Theatertext der Stunde: Wie real ist die virtuelle Welt? Welche Gesetze gelten dort? Das Strafrecht oder nur der eigene ethische Kompass? Wie verschieben sich die eigenen Wertvorstellungen, wenn jegliche Taten keine sanktionierbaren Folgen haben? Wie ist das Verhältnis von Privatsphäre und Überwachung? Ein fesselnder Krimi in einer Zukunft, die längst sehr nahe ist.

RESONANZEN
AUSZUG AUS DEn kieler nachrichten
„(…) die zuckersüße Netzwelt der Inszenierung mit den kleinen doppeldeutigen Gesten, den in unterschiedlichen Graden der Künstlichkeit durchchoreografierten Wiedergängern verströmt eine widerwärtig giftige Klebrigkeit, die das gesamte Stück durchwirkt. (…) Ein irrwitziges Maskenspiel ist das, in dem sich die Figuren zusehends verirren. (…) wie die Inszenierung die Ebenen verfließen lässt, macht nicht nur nachhaltig deutlich, wie durchlässig und einander beeinflussend die Realitäten sind. Es zeigt auch die Ambivalenz der digitalen Wirklichkeit und die Frage, ob die Regeln der realen Gesellschaft in der Körperlosigkeit der Bilder enden.“

TERMINE
PREMIERE 20. Januar 2019 WEITERE VORSTELLUNGEN 26. Januar; 14. & 22. Februar; 07. & 24. März; 07. April; 04. Mai; 02., 16. & 18. Juni 2019